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DJI Inspire 1: Arbeitsgerät für die Filmproduktion

DJI und der Inspire 1

Der Inspire 1 ist seit Ende 2014 auf dem Markt. Dieser Quadrokopter wurde vorrangig für die Filmproduktionsbranche ausgelegt und verfügt optional über eine zweite Fernbedienung zur Kamerasteuerung. Entwickelt und gefertigt wird der Inspire 1 vom chinesischen Hersteller DJI Innovations in Shenzhen bzw. Guangdong, China. Dieses Unternehmen wurde 2006 von Frank Wang gegründet und hat sich auf die Entwicklung und Herstellung unbemannter Luftfahrzeuge zur Luftbildfotografie und -videografie spezialisiert. Mittlerweile beschäftigt DJI etwa 3000 Mitarbeiter und hat sich zum Weltmarktführer für kleine zivile Drohnen gemaustert.

„Everything you need for aerial filmmaking“ (Alles was Sie für Luftfilmaufnahmen benötigen), das verspricht der Hersteller DJI für sein Produkt mit dem markanten transformierenden Design mit weißem Rumpf. Erreicht werden soll dies durch eine spezielle Kameratechnik, mit der für Filme optimierten 3-Achs Stabilierung und einer digitalen Livebildübertragung, sowie einer speziellen App. In wie weit die Drohne den hohen Erwartungen in der Praxis gerecht wird, hat U-ROB für Sie getestet.

Konstruktionsmerkmale

Die stangenförmigen, runden Ausleger der Inspire, an den die Propellerantriebe befestigt sind, dienen auch als Halterung für das Landegestell und bestehen aus hochwertigem Kohlefaser-Verbundwerkstoff. Diese Konstruktion ist nach dem Start automatisch, oder nach Bedarf auch manuell, nach oben ausschwenkbar, so dass für die Luftfilmaufnahmen ein freier 360 Grad rundum Blick zur Verfügung steht. Dieser sorgt für viel Freiheit während des filmens.
In der Praxis ist beim Schwenken der Kamera jedoch auch eine Begrenzung festzustellen, es ist also keine durchgehende Drehung der Kamera möglich. Dieses kann in Einzelfällen, je nach Flugerfahrung und bei manueller Kameraführung, zu einer geringen Einschränkung bei der Filmerfassung führen, da dieser Haltepunkt bei der Kameraführung zu berücksichtigen ist.
Zur Unterstützung bei der Landung wird das Landegestell automatisch in Bodennähe abgesenkt, somit sind der am Inspire 1 unten befestigte Gimbal und die Kamera vor Bodenkontakt geschützt.
Insprire_landing

Kameraaufhängung

Die Kameraaufhängung besteht aus einer 3-Achsen Fluglagestabilisierung mit bürstenlosen Motoren und sorgt somit für eine gemäß dem aktuellem Stand der Technik entsprechende optimale Basis für den Einsatz in der Filmproduktion. Die Kamera kann vom Benutzer leicht demontiert werden, so dass diese Einheit zum Beispiel für den Transport oder sogar auch für die Anwendung auf einem DJI Hand-Gimbal abnehmbar ist. Ein weiterer Vorteil ist, das durch diese Konstruktion die Möglichkeit offen steht, zukünftige andere Kamerasysteme für den Inspire zu adaptieren. Mittlerweile gibt es immer mehr Hersteller, die für den Inspire Fremdkameras inkl. Kameraaufhängung für Spezialanwendungen, wie etwa in der Landwirtschaft oder der Panoramafotografie anbieten (Beispiel).

Kamera

Die Kamera (FC 350) der Inspire kann Filme bis zu einer Auflösung in 4K bei 24-30 fps aufzeichnen. Mit 94° Öffnungswinkel besitzt die Kamera eine Festbrennweite mit einem relativ starken Weitwinkel. Bei dynamischen Shots nahe am Objekt ist das ein spannendes Tool für die Bildkomposition, aber oft kommt auch der Wunsch nach einer etwas längeren Brennweite auf. Im Flug kann der Bediener an der Bodenstation zwischen Video- und Fotomodus umschalten. Ein weiteres sinnvolles Feature ist eine Art Wiedergabefunktion, bei der die letzte Aufnahme auch während des Fluges auf dem Tablet angezeigt wird. So kann zielgerichtet und effizient gearbeitet werden.
Die maximale Auflösung für Fotos beträgt 12 Megapixel, neben dem JPG ist auch die Aufnahme im verlustfreien RAW Format möglich. Der Inspire ist eher für Film als für den Fotoeinsatz ausgelegt. Die Luftbildaufnahmen sind zwar für viele Anwendungen vollkommen ausreichend, aber sind natürlich im Vergleich zu höherwertigeren Kamerasystemen relativ niedrig auflösend, sowie bei schlechteren Lichtverhältnissen etwas verrauscht.
Der Kamera liegt im Lieferumfang ein Graustufenfilter (ND Filter) bei. Dieser kann über das Filtergewinde direkt auf das Objektiv geschraubt werden und sorgt für weniger Lichteintritt auf den Sensor. Dadurch kann auch bei Sonnenschein eine niedrigere Verschlusszeit und/oder eine kleinere Blende genutzt werden. Dadurch wird das Bild bei Schwenks flüssiger und es bringt Vorteile bei der optischen Qualität der Aufnahmen. Da der beiliegende ND Filter relativ schwach ist, sind mittlerweile diverse weitere ND Filtersets für den Inspire verfügbar.

Bodenstation-DJI App

Als Bodenstation dient beim Inspire 1, zusätzlich zur Fernsteuerung, mit den speziell für die Foto- und Filmaufnahme integrierten Bedienungselementen, ein Tablett oder Smartphone, welches allerdings nicht im Lieferumfang enthalten ist. Eine kostenfreie App für IOS und Android ist auf der Internetseite von DJI verfügbar. Diese App wird in Abständen vom Hersteller überarbeitet, bzw. mit neuen Features ergänzt. Seit dem 4. August 2015 gibt es die DJI GO App, die im Vergleich zur Vorgängerversion der DJI PILOT, ein verändertes Design besitzt. Diese Software wurde darüber hinaus um einige zusätzliche nützliche Funktionen erweitert, wie zum Beispiel eine direkte Übertragung der Fotos und Videos auf Tablets oder Smartphones, sowie einige neue Werkzeuge zur schnellen Bearbeitung der Bilder (Zuschneiden, Filter etc.), in der ebenso enthaltenden Bildbearbeitungs-App. Eine Besonderheit beim Inspire 1 ist die Echtzeitübertragung, der von der Kamera erfassten Bilder (FPV) in HD-Qualität (720p) zur Bodenstation, diese ist bei vielen anderen Flugsystemen derzeit nur mit einer analogen Bildübertragung und einer geringeren Auflösung möglich.

Zusatzsensoren / Flugeigenschaften

Die Steuerung des Inspire 1 ist Dank GPS optimal für Luftaufnahmen nach dem aktuellem Stand der Technik ausgestattet und sorgt auch für Steueranfänger im Bereich der unbemannten Luftfahrtsysteme für einen relativ leichten Einstieg. Da der Inspire relativ agil und schnell ist, ist für absolute Anfänger aber eher ein kleineres System für den Start zu empfehlen.
Eine Besonderheit bei der Fluglagenregelung stellen die zusätzlich vorhanden optischen Positions- und Ultraschallsensoren da, die sich auf der Unterseite des Inspire befinden. Gemäß dem Herstellerangaben dienen Sie der Fluglagenkontrolle bis zu einer Höhe bis zu 5 Meter im Schwebeflug und im Betrieb bei einer Geschwindigkeit von unter 8 m/s (ca. 29 km/h) bis zu einer Höhe von etwa 2 m über dem Boden. Eine Vorrausstetzung für die optimale Funktion dieser Sensoren sind konturierte Flächen und eine Mindesthelligkeit (größer 15 Lux).
Der Inspire lässt sich neben dem manuellem Start auch per App automatisch starten bzw. landen. Die Steuerbefehle werden direkt angenommen, für dynamische Kamerafahrten wünscht sich der erfahrene Drohnenpilot aber einen noch dynamischeren Flugmodus, dies ist aber aktuell leider nicht möglich. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 70-80 km/h, auch ist der Inspire für sein relativ geringes Gewicht von 3 Kg bei etwas stärkerem Wind noch sicher zu steuern. Damit bei Flügen in niedriger Flughöhe das Landegestell nicht automatisch herrunterfährt, ist dieser Vorgang erst unterhalb einer Höhe von ca. 0,5m aktiv. Daher muss die Sinkgeschwindigkeit in dieser Höhe sehr klein sein, ansonsten setzt die Kamera vor dem Landegestell auf dem Boden auf. Im Zweifelsfall kann natürlich auch die automatische Landung in der DJI GO App aktiviert werden.
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Fazit

Das Redaktionsteam hatte vom ersten Moment an viel Spaß mit dem Inspire. Das „Transformer“ Design ist für Zuschauer stets faszinierend, die weiße asymmetrische Haube dient zusätzlich der besseren Erkennbarkeit in größeren Distanzen. Trotz des hochgefahrenen Landegestells ist unserem Testteam bei vielen Flügen die immer wieder auftretende Sichtbarkeit des Landegestells im Kamerabild aufgefallen. Dies tritt natürlich nur bei einer relativ stark horizontal ausgerichteten Kamera (was aber bei tiefen Flugmanövern oft der Fall ist) auf und wird durch Wind (mit den resultierenden Ausgleichsbewegungen des Copters), sowie der Bedienung über den Camoperator (bei Ausrichtung der Kamera unabängig von der Flugrichtung) begünstigt. Mit viel Übung und genauer Planung des Fluges, vor allem bei tiefen Shots, lässt sich diese Eigenschaft aber nahezu komplett umgehen. Die Flugzeit ist auch mit dem kleinen 4500mAh Akku mit etwa 16 Minuten meist vollkommen ausreichend und fällt auch bei Wind nicht deutlich niedriger aus. Wir können den Inspire 1 bedenkenlos weiterempfehlen und freuen uns auf kommende Zubehörprodukte aus dem Hause DJI.

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