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HEIGHT-TECH HT-8 C180: Oktokopter mit Industrieambitionen

HEIGHT-TECH

Anfang 2014 hat die erste HT-8 C180 Drohne das Licht der Welt erblickt. Dieser Oktokopter basiert auf dem universellen Erfolgsmodell HT-8 und soll sich besonders gut für Industrieanwendungen eignen. Entwickelt und gefertigt wird diese Drohne in Bielefeld von der Firma HEIGHT-TECH. Diese wurde 2011 gegründet und gehört seit Ende 2014 zu der SPECTAIR GROUP, die sich auf diverse Dienstleistungen und Produkte in der Drohnenbranche spezialisiert hat.

„Das optimale Gerät die die Industrieinspektion“, das verspricht der HT-8 C180. Erreicht werden soll dies durch eine hohe Sicherheit, Windstabilität und modulare Sensorsysteme. In wie weit die Drohne den hohen Erwartungen gerecht wird, hat U-ROB für Sie getestet.

HT-8 C180

Der Oktokopter besteht größtenteils aus Kohlefaser-Verbundwerkstoff. Da der Oktokopter aus ineinander verschraubten Kohlefaser-Platten aufgebaut ist, ist eine Reparatur um Falle des Falles meist einfach und schnell machbar.

Die acht Antriebe sind dynamisch gewuchtet und weisen eine hohe Laufruhe auf. Um eine optimale Kühlung der Antriebe auch bei hohen Temperaturen zu gewährleisten, sind die Motoraufnahmen aus Aluminium gefertigt.

Für den vereinfachten Transport lassen sich die sechs seitlichen Motorarme demontieren, die beiden kürzeren hinteren Ausleger sind nicht demontierbar. In den hinteren Auslegern ist zusätzlich eine helle weiße LED Beleuchtung verbaut. Auch tagsüber kann damit die Fluglage der Drohne optimal erkannt werden.

Die Kameraaufhängung ist bei dieser Drohne fest mit dem Rahmen verbaut und kann nicht vom Benutzer gewechselt werden. Da die vorderen Ausleger des HT-8 C180 einen großen Öffnungswinkel aufweisen, kommt auch bei der Verwendung von Weitwinkelobjektiven (z. B. 24mm KB) kein Propeller in das Sichtfeld. Die Kamera ist 90° nach oben und nach unten schwenkbar. Eine weitere Besonderheit bietet die modulare Kameraeinheit, mit der das Sensorsystem sehr schnell gewechselt werden kann. Näheres finden Sie unter dem Punkt Kameraaufhängung.

Je nach gewünschter Nutzlast/Flugzeit kann der Anwender zwischen der Nutzung von einem oder zwei Akkus wählen. Dadurch kann auch unterhalb der Grenze von 5kg Abfluggewicht ein schweres Kamerasystem getragen werden. Alternativ kann am Kameragewicht gespart werden und die Nutzlast in die Verwendung eines zweiten Akkus investiert werden. Durch eine spezielle Anordnung der Motoren ändern sich dabei die Flugeigenschaften nicht.

Kameraaufhängung

Der HT-8 C180 ist mit einer 2-Achs-Kameraaufhängung ausgestattet. Die aus Kohlefaserbauteilen bestehende Aufhängung wird über zwei BL-Motoren direkt und ohne Getriebe stabilisiert. Die dadurch erzielbare sehr hohe Regelgeschwindigkeit macht sich mit einer enormen Kamerastabilität bezahlt. Durch die modulare Kameraeinheit kann sehr schnell beispielsweise zwischen einer Wärmebild – und Filmkamera gewechselt werden. Dafür wird die Kamera auf eine Art Adapterplatte geschraubt, die auf die jeweilige Kamera optimiert ist. Die Kamera kann dann mit der Adapterplatte über Kunststofflaschen ohne Werkzeug auf den zwei Kohlefaserrohren der Kameraaufhängung befestigt werden. In dieser Adapterplatte befinden sich auch die kameraspezifischen Schnittstellen.

Bodenstation

Der HT-8 C180 gehorcht auf die Befehle einer Graupner mc-20 Computerfernsteuerung. Auf der rechten Seite der Fernbedienung werden die Kamerafunktionen verwaltet, links die Funktionen des Fluggerätes. Für das Live-Bild wird ein 7“ Monitor mit integriertem Videoempfänger genutzt. Optional ist eine Videobrille oder die sehr empfehlenswerte 22“ Monitoreinheit verfügbar.

Zubehör

Da sich der HT-8 C180 an den Industrieanwender richtet, ist das Zubehör auch auf diese Branche ausgelegt.

Für den Einsatz an oder In Objekten bietet sich der adaptierbare Kollisionsschutz an. Dieser besteht aus Kohlefaserstangen, die mittels Kunststoffklemmen auf die Ausleger geklemmt werden. Dadurch kann dieser zusätzliche Schutz innerhalb von wenigen Minuten montiert werden. Neben der Federwirkung durch die Kohlefaserstäbe kann der Kollisionsschutz bei starken Feindberührungen auch über die Kunststoffklemmen auf den Auslegern „rutschen“ und damit größere Schäden vermieden werden.

Für viele Drohnenanwender ist der normalerweise genutzte kleine Monitor für das Livebild oft ein Dorn im Auge. Dafür gibt es nun einen optionalen 22“ Monitor, der in ein robustes Pelicase integriert ist. Damit können auch mehrere Personen das Live-Bild verfolgen. Die Empfangseinheit wird dabei auf einem Fahrzeug oder Stativ befestigt und mit robusten Industriesteckern an der Monitoreinheit angeschlossen. Diese Einheit wird über einen Flugakku oder 220V mit Spannung versorgt. Für eine gute Sichtbarkeit sorgt eine tiefe Sonnenblende aus Glasfasermaterialien.

Flugeigenschaften

Aus Sicherheitsgründen empfiehlt HEIGHT-TECH den Start und Landung ohne GPS durchzuführen. Nach dem Start konnten wir in den GPS Modus schalten um uns an die Flugeigenschaften zu gewöhnen. Der Oktokopter ist im GPS Modus ausgeglichen und ruhig zu steuern, die Steiggeschwindigkeit in diesem Modus könnte für den Einsatz an hohen Objekten noch etwas höher sein. Auch bei einem schnellen Vorwärtsflug war nach dem Neutralisieren der Steuerknüppel kein Aufschwingen zu bemerken. Innerhalb von 3-4 Sekunden stand der Copter wieder wie angenagelt an der Stelle. Beeindruckt hat uns die hohe Bildstabilität der Kameraaufhängung – dafür, dass es sich um eine universelle Kameraaufhängung mit Schnellwechselmöglichkeit handelt eine tolle Leistung! Leider war der HT-8 C180 für unseren Geschmack im manuellen Flugmodus etwas zu agil eingestellt und benötigt daher dafür viel Flugerfahrung.

Fazit

Der HT-8 C180 besticht durch einen durchdachten Aufbau und einer hervorragenden Transportfähigkeit. Die um 180° neigbare Kamera wird gewiss nicht in jeder Anwendung benötigt, bringt aber in der Industrieinspektion ungeahnte Vorteile. Das System punktet mit einer sehr hohen Flug- und Kamerastabilität auch bei starkem Wind. Durch die Vielzahl an Zubehörprodukten kann das System sehr stark auf Anwenderwünsche adaptiert werden. Ein kleiner Wehmutstropfen ist die begrenzte Flugzeit – hier muss der Kunde für eine ausreichende Anzahl an Ersatzakkus sorgen.

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