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Drohneneinsatz in Kontrollzonen

Die Kontrollzone eines Flughafens [CTR – controlled traffic region] wird als Sonderluftraum der Klasse D (gespr. Delta) angesehen. Auf der ICAO Karte ist dieser in der Regel um Flughäfen errichtet und erstreckt sich vom Boden (GND) bis zu einer festgelegten Höhe. Grundsätzlich ist der Flug in diesem Luftraum (sowie allgemein in C/D) nur mit Genehmigung der verantwortlichen Flugverkehrskontrollstelle möglich, siehe:

§ 21 Absatz 1 Luftverkehrs-Ordnung (LuftVO)
„Vor der Nutzung des kontrollierten Luftraums und des Luftraums über Flugplätzen mit Flugverkehrskontrollstelle ist bei der zuständigen Flugverkehrskontrollstelle eine Flugverkehrskontrollfreigabe einzuholen für […] 2. Aufstiege von Flugmodellen und ungesteuerten Flugkörpern mit Eigenantrieb, […] 5. Aufstiege von unbemannten Luftfahrtsystemen.“

Mittlerweile haben einige zivilen Flugverkehrskontrollstellen eine Lockerung dieser Regelung als NfL (Nachrichten für Luftfahrer) erlassen. In einer NfL sind verbindliche Bekanntmachungen und Anordnungen enthalten und werden durch die DFS veröffentlicht. Diese sind das Amtsblatt der Luftfahrt in Deutschland und sind nummeriert [z.B. NfL 1-1199-17 > die 17 steht für das Jahr der Veröffentlichung).

Diese besagen, dass auch innerhalb der Kontrollzone des jeweiligen Flughafens der Betrieb eines UAS bis 50 m AGL (Above Ground Level) ohne weitere Kontaktierung der Flugsicherung erlaubt ist. Davon ausgenommen ist ein Sicherheitsabstand von 1,5 km um die Flughafenbegrenzung (z.B. Zaun).

Hier finden Sie die „vereinfachten“ Flugplätze:

NFL 1-2077-20 der DFS (Download)
Berlin-Brandenburg – Bremen – Düsseldorf – Dresden – Erfurt – Frankfurt/
Main – Hamburg – Hannover – Köln/Bonn – Leipzig/Halle – München – Münster/
Osnabrück – Nürnberg – Saarbrücken – Stuttgart

NFL 1-1199-17 der DFS Aviation Services (Download)
Dortmund – Frankfurt/Hahn – Karlsruhe /Baden-Baden – Lahr – Magdeburg/Cochstedt –
Memmingen – Mönchengladbach – Niederrhein – Paderborn/Lippstadt

NFL 1-1353-18 der Austro Control (Download)
Augsburg – Heringsdorf – Lübeck – Oberpfaffenhofen – Parchim – Hof/Plauen – Braunschweig/
Wolfsburg – Kassel/Calden – Sylt – Frankfurt/Hahn

Wenn ein Flug eines unbemannten Fluggeräts in einer solchen Kontrollzone, also in einer Höhe über 50 m über Grund oder in geringerer Entfernung als 1,5 km zur Flughafenbegrenzung stattfinden soll (oder der Flugplatz nicht aufgelistet ist), ist die Genehmigung der Flugsicherung (z.B. DFS) schriftlich einzuholen, das nennt sich Flugverkehrskontrollfreigabe. Insbesondere innerhalb der Kontrollzonen militärisch genutzter Flugplätze muss jeder Flug eines UAS ungeachtet der Flughöhe genehmigt werden!