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Interviewpartner: Nico Ninov, Gründer Dronemaps24
Wer mit einer Drohne beruflich in Innenstädten unterwegs ist, kennt die Situation: Ein Dach soll inspiziert, eine Fassade dokumentiert oder ein Schadensgutachten erstellt werden. Doch schnell stellt sich die Frage: Darf ich einfach auf dem Bürgersteig starten? Und wen muss ich eigentlich informieren?
In einem Gespräch mit Drohnenexperte Nico Ninov, Gründer von Dronemaps24, haben wir die wichtigsten Punkte rund um Drohnenflüge im urbanen Umfeld beleuchtet. Die wichtigsten Erkenntnisse haben wir hier zusammengefasst.
Der einfachste Weg: Immer von privatem Grund starten
Wenn möglich, sollte ein Drohnenflug immer von privatem Gelände aus erfolgen. Dazu gehören beispielsweise:
- Innenhöfe
- Gärten
- Parkplätze des Auftraggebers
- Flachdächer
- Firmengelände
Liegt die Zustimmung des Eigentümers oder berechtigten Nutzers vor, ist bereits eine wichtige Voraussetzung für Start und Landung erfüllt.
Für Sachverständige, Dachdecker, Photovoltaik-Installateure oder Immobiliengutachter bedeutet das: Vor dem Einsatz prüfen, ob auf dem Grundstück des Kunden eine geeignete Start- und Landefläche vorhanden ist.
Wohngebäude bringen zusätzliche Herausforderungen mit sich
Besonders bei Mehrfamilienhäusern wird die Situation komplexer. Der Hintergrund: Bei Wohngrundstücken können mehrere Parteien betroffen sein. Wer mit einer Drohne über oder in unmittelbarer Nähe eines Wohnobjekts fliegt, sollte berücksichtigen, dass auch die Interessen der Bewohner eine Rolle spielen.
In der Praxis stößt man dabei schnell an Grenzen. Nicht immer lassen sich alle Mieter erreichen. Manche sind im Urlaub, andere reagieren nicht oder es handelt sich um große Wohnanlagen mit zahlreichen Parteien. Hier kommt häufig das Ordnungsamt ins Spiel.
Das Ordnungsamt als wichtiger Ansprechpartner
Wenn die direkte Abstimmung mit allen Betroffenen nicht praktikabel ist, hat sich in vielen Kommunen ein bewährter Ablauf etabliert:
- Flugvorhaben beim Ordnungsamt anmelden
- Einsatzgebiet erläutern
- Eventuelle Auflagen abstimmen
- Dokumentation oder Unbedenklichkeitsbescheinigung erhalten
Dadurch lassen sich mögliche Fragen oder Beschwerden von Anwohnern häufig schon im Vorfeld klären. Zudem erhalten Piloten mehr Planungssicherheit für ihren Einsatz.
Warum ein Anruf bei der Polizei sinnvoll sein kann
Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass Drohnenpiloten grundsätzlich verpflichtet seien, die Polizei vor einem Flug zu informieren. Das stimmt nicht. Es gibt keine allgemeine gesetzliche Pflicht, bei jedem Stadtflug die Polizei anzurufen.
Trotzdem empfehlen erfahrene Betreiber häufig eine kurze Information der zuständigen Dienststelle vor dem Einsatz. Der Grund ist einfach: Wenn sich Anwohner durch die Drohne gestört fühlen, rufen diese häufig direkt bei der Polizei an. Liegt dort bereits eine Information über den geplanten Einsatz vor, kann die Situation deutlich entspannter bewertet werden. Unnötige Einsätze oder Missverständnisse lassen sich so oft vermeiden.
Praxis-Tipp:
- Zuständige Polizeidienststelle über Google Maps recherchieren
- Kurz vor Flugbeginn anrufen
- Einsatzort und Zeitfenster mitteilen
- Nach Ende des Einsatzes wieder abmelden
Darf man auf dem Bürgersteig starten?
Diese Frage sorgt regelmäßig für Diskussionen. Viele argumentieren: „Ich darf den Bürgersteig nutzen, also darf ich dort auch meine Drohne starten.“ So einfach ist die Situation allerdings nicht.
Öffentliche Gehwege, Plätze oder Straßen fallen häufig unter die sogenannte Sondernutzung. Das bedeutet, dass eine Nutzung über den gewöhnlichen Gemeingebrauch hinaus gesondert genehmigt werden muss. Ein Drohnenstart kann unter Umständen als solche Sondernutzung gewertet werden. Deshalb sollte vor Flügen von öffentlichem Grund immer geprüft werden, welche Anforderungen die jeweilige Kommune stellt.
Absperrungen können erforderlich werden
Insbesondere in dicht besiedelten Innenstadtbereichen steht die Sicherheit von Passanten im Vordergrund. Je nach Kommune können unterschiedliche Auflagen gelten:
- Absicherung mit Pylonen
- Kennzeichnung des Start- und Landebereichs
- Temporäre Sperrung von Gehwegen
- Unterstützung durch Polizei oder Ordnungsamt
- Nachweis spezieller Qualifikationen für Absperrmaßnahmen
Welche Anforderungen gelten, hängt stark von der jeweiligen Stadt und dem konkreten Einsatzort ab. Während kleinere Gemeinden oft pragmatische Lösungen ermöglichen, können in Großstädten wie Berlin, Hamburg oder München deutlich strengere Vorgaben gelten.
Was kostet die Abstimmung mit dem Ordnungsamt?
Viele Städte erheben Bearbeitungsgebühren. Nach Erfahrungen aus der Praxis bewegen sich diese häufig im Bereich von:
- etwa 15 bis 50 Euro für einfache Bearbeitungen
Dafür erhält man jedoch oft wertvolle Unterstützung bei der Organisation des Einsatzes. Die Behörden kennen lokale Besonderheiten, Stoßzeiten und sicherheitsrelevante Bereiche meist sehr genau.
Unterstützung durch spezialisierte Dienstleister
Für Unternehmen und Sachverständige, die regelmäßig Drohneneinsätze durchführen, kann dieser Verwaltungsaufwand schnell zur Belastung werden. Genau hier setzt Dronemaps24 an. Über die Plattform können Piloten ihr geplantes Einsatzgebiet markieren und die erforderlichen Abstimmungen an Experten übergeben. Das Team übernimmt je nach Anwendungsfall die Kommunikation mit Behörden, prüft notwendige Auflagen und erstellt ein Briefing für den jeweiligen Einsatz.
So können sich Drohnenpiloten auf ihre eigentliche Aufgabe konzentrieren, während der organisatorische Teil professionell vorbereitet wird.
Fazit: Vorbereitung spart Stress
Der Drohnenflug in der Innenstadt ist grundsätzlich möglich. Entscheidend ist jedoch die richtige Vorbereitung. Die wichtigsten Empfehlungen im Überblick:
✅ Wenn möglich immer von privatem Grundstück starten
✅ Eigentümer und berechtigte Nutzer frühzeitig einbinden
✅ Bei komplexen Wohnsituationen das Ordnungsamt kontaktieren
✅ Gegebenenfalls die örtliche Polizei vor dem Einsatz informieren
✅ Besondere Anforderungen bei Starts von öffentlichem Grund beachten
✅ Sicherheitsmaßnahmen und Absperrungen nicht unterschätzen
Wer diese Punkte berücksichtigt, kann das Risiko von Konflikten reduzieren und seine Einsätze sicher und professionell vorbereiten.



