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Alle Infos zum EU Drohnenführerschein (Kompetenznachweis)

Mit Inkrafttreten der neuen EU Drohnenverordnung (hier unser Artikel dazu) am 01.07.2020 wird es ab diesem Stichtag auch zwei neue „EU-Drohnenführerscheine“ geben, rechtlich wird dies Kompetenznachweis genannt. Da die EU-Drohenverordnung erst kürzlich veröffentlicht wurde, sind auch zu den neuen Lizenzen und Nachweisen noch keine detaillierten Infos verfügbar – wir haben die ersten Informationen zu den „Drohnenführerscheinen“ zusammengefasst:

 

Der „kleine“ Drohnenführerschein/Kompetenznachweis Klasse A1/A3:

Bei über 250g Abfluggewicht der Drohne ist der „kleine“ EU-Drohnenführerschein der Klasse A1/A3 vorgeschrieben. Darunter fällt beispielsweise die Mavic Mini mit Kollisionsschutz, Mavic Air, Mavic 2 Serie, Yuneec Typhoon, Phantom oder der Inspire. Um den Nachweis der Klasse A1/A3 zu erhalten, muss der Teilnehmer einen Online-Vorbereitungskurs und anschließendem Onlinetest durchführen – es steht aktuell noch nicht fest, welche Behörde diese Prüfung durchführen wird!

 

Der Drohnenführerschein für A1/A3 umfasst 40 Fragen aus folgenden Themengebieten:

  • Flugsicherheit/Luftraumbeschränkungen
  • Luftrecht, menschliches Leistungsvermögen
  • Betriebsverfahren, allgemeine Kenntnisse zur Drohne
  • Privatsphäre, Datenschutz und Luftsicherheit

Aufbauend auf diese A1/A3 Onlineprüfung zum Drohnen-Kompetenznachweis werden tiefergehende Infos für die Prüfung des „großen“ Kompetenznachweises A2 auch in den U-ROB Drohnenschulungen für den EU-Drohnenführerschein beigebracht.

 

EU-Drohnenführerschein (2)

Der „große“ Drohnenführerschein/Kompetenznachweis Klasse A2:

Gemäß dem EU-Luftrecht  müssen Drohnen in sogenannte CE Klassen C0-C4 eingeteilt werden. Für alle Bestandsdrohnen (ohne C Kennzeichnung) über 500g, beispielsweise die Mavic und Phantom Serie  oder Drohnen mit „C2“ Klassifizierung muss ab dem 01.07.2020 der „große“ EU-Drohnenführerschein A2 abgelegt werden. Eine Ausnahme von dem „großen“ Drohnenführerschein ist gegeben, wenn der Einsatz der Drohne in unter 150m Distanz beispielsweise zu Wohn- oder Gewerbegebieten beschränkt ist – dann fällt dieser in die einfache Klasse A3 und benötigt nur den „kleinen“ Drohnenführerschein gemäß EU-Verordnung.

Die Präsenzschulung bzw. Prüfung für den Drohnenführerschein A2 erfolgt vorbehaltlich der Akkreditierung drch die entsprechende Behörde ab Juli 2020 an allen U-ROB Schulungsstandorten, jetzt hier anmelden!

 

Die Prüfung des A2 Drohnenführerscheins gemäß EU-Verordnung umfasst 30 Fragen:

  • Wetterkunde, Sichtbarkeit der Drohne
  • Drohnen-Flugleistungsdaten, Schwerpunkt
  • Akkutechnik
  • Flugmodi, 1:1 Regelung
  • Distanzschätzung

Zusätzlich zu dieser theoretischen Zusatzprüfung und der bestandenen Prüfung A1/A3 ist auch eine praktische Eigenerklärung über Notlandetrainings etc. für die Zulassung zur A2 Prüfung notwendig, mehr dazu im folgenden Abschnitt.

 


 

Die praktische Eigenerklärung gemäß AMC2 UAS.OPEN.030/2)(b):

Das Ziel dieser Eigenerklärung liegt darin, dass der Steuerer Kompetenz im praktischen Drohnenflug nachweisen soll. Gemäß EU-Drohnenverordnung muss der Steuerer u.a. folgende Punkte nachweisen:

  • Vorbereitung der Drohne, Auswahl der passenden Nutzlast
  • Auswahl des Flugbereiches und der Start- und Landefläche, Prüfung der Rechtsgrundlage
  • Prüfung der Umgebung auf Sicherheitsrisiken und Personenbewegung
  • Prüfung der Wetterbedingungen und der Sensorik einer Drohne
  • Start, Flug von verschiedenen Kurvenradien, Verfolgung eines Pfades
  • Rückflug zum Startplatz wenn der Pilot die Orientierung verloren hat (ohne Return-to Home Funktion)
  • Einschätzung von Sicherheitsabständen im Flug
  • sicherer Flug bei Ausfall der Positionssensoren (beispielsweise GPS)
  • Nachweis des sicheren Fluges auch bei Annäherung von Personen, Flugzeugen und anderen Drohnen
  • Auswahl der passenden Sicherheitseinstellungen
  • Abbruch eines automatischen Fluges, Weiterflug auch bei externer Störung von Höhen- oder Positionssensoren
  • Durchführung eines Funkausfalls
  • Analyse des Fluges im Nachgang, Erarbeitung einer Störungsmeldung

Da diese Eigenerklärung sehr umfangreich ist und auch mit einer Vielzahl der „normalen“ Drohnen, wie etwa der Mavic Serie nicht durchgeführt werden kann (da eine Simulation von GPS-Ausfall in der Luft nicht möglich ist), unterstützen wir dabei. Dafür haben wir die Praxisschulung inkl. Sachkundeprüfung erarbeitet – diese wird am Vortag der Grundlagenschulung zum EU-Drohnenführerschein angeboten.

Dabei erarbeiten wir gemeinsam Schritt für Schritt die Punkte der Eigenerklärung und prüfen diese unabhängig. Dadurch ist dieser Nachweis im Genehmigungs- oder Haftungsfall deutlich höher anerkannt als eine Eigenerklärung.

 


 

Für die Erlangung von Erlaubnissen für die Specific Kategorie bzw. das LUC Zertifikats sind vom Antragssteller anwendungsspezifische Nachweise einzureichen, diese können z.B. umfassen

  • Wartungsnachweise, Überprüfung der Drohne und Zubehör (auch gemäß DGUV vorgeschrieben)
  • Demonstration diverser Flugmanöver mit einer Starrflügler-Drohne
  • Praxisprüfung mit einer Hubschrauberdrohne, insbesondere Verfahren der Autorotation
  • Überprüfung der Meldeketten gemäß LUC Antrag
  • Durchführung eines praktischen Prüfungsfluges, angepasst auf das individuelle Szenario beispielsweise für die Inspektion einer Windkraftanlage

Obige Nachweise und Lizenzen können Sie an einem der U-ROB Schulungsstandorte nach Vereinbarung erhalten, wir freuen uns auf Ihren Kontakt.

 


 

Antworten auf die meist gestellten Fragen:

 

Hat mein, bei der U-ROB erworbener „deutscher“ Kenntnisnachweis weiterhin Gültigkeit?

Alle bereits erteilten Kenntnisnachweise gemäß §21d LuftVO (nicht die Modellflug-Kenntnisnachweise) werden ab dem 01.07.2020 eine Übergangsfrist von 1 Jahr haben und dem entsprechend bis zum 31.06.2021 gültig sein. Das Luftfahrt-Bundesamt prüft aktuell, ob die bereits erteilten Kenntnisnachweise zum EU-Drohnenführerschein umgeschrieben werden können. Voraussichtlich ist eine Umschreibung aber nur zum „kleinen“ EU Führerschein A1/A3 möglich. Da die meisten Drohnenanwender den „großen“ EU Drohnenführerschein der Klasse A2 benötigen werden, ist eine schriftliche Zusatzprüfung mit 30 Fragen und eine praktische Eigenerklärung notwendig, Details dazu hier in unseren Schulungspaketen zum EU-Drohnenführerschein.

 

Ist es nicht sinnvoll, anstatt des „alten“ Kenntnisnachweises nun direkt den EU Kenntnisnachweis zu absolvieren?

Für jegliche Genehmigungen und Flüge ist bis zum 01.07.2020 noch der „alte“ Kenntnisnachweis gemäß §21d LuftVO notwendig. Auch empfehlen wir den Drohnenanwendern, sich noch vor dem 01.07.2020 bei Bedarf von den entsprechenden Betriebsverboten als Aufstiegserlaubnis befreien zu lassen, da noch unklar ist, wie ausgeprägt die „Flugverbotszonen“ gemäß dem neuem EU-Luftrecht werden. Entsprechend ausgestellte Erlaubnisse werden dann bis zum 30.06.2021 Gültigkeit haben – damit erreichen Sie für zumindest 1-1,5 Jahre eine Rechtssicherheit. Wenn eine Erlaubnis nicht notwendig ist, können die beiden EU-Drohnenführerscheine voraussichtlich ab Juli 2020 abgelegt werden, Frühbucher der Schulung zum EU-Drohnenführerschein erhalten 10% Rabatt!

 

Ist meine Aufstiegs- oder Allgemeinerlaubnis zum Betrieb meiner Drohne auch nach dem 01.07.2020 noch gültig?

Alle aktuell erteilten und gültigen Genehmigungen von Landesluftfahrtbehörden haben ab dem beim Inkrafttreten der neuen EU-Drohennverordnung zum 01.07.2020 eine weitere Gültigkeit von einem Jahr. Anschließend ist ein neuer Antrag in der „Specific Kategorie“ notwendig (oder gar nicht erforderlich, wenn die Drohne in die „Open Kategorie“ fällt). Allgemeinverfügungen beispielsweise von Bremen werden Größtenteils zum 01.07.2020 widerrufen, je nach Bundesland wurden Übergangslösungen erarbeitet.

 

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